Wie hören wir ?
   
Hören
Schema des Ohres
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Schema Ohr
Töne, Geräusche und Sprachsignale sind Schallwellen, d.h. Schwingungen, die durch minimale Schwankungen des Luftdruckes entstehen. Diese gelangen über den Gehörgang zum Trommelfell, werden im Mittelohr auf die Gehörknöchelchen und von diesen auf die Flüssigkeit im Innenohr übertragen. Im Innenohr (der Hörschnecke) erfolgt eine Auftrennung des Schallsignales in die einzelnen Tonhöhen, die Umwandlung des bisher mechanischen in ein elektrisches Signal und ev. eine Verstärkung des Signales. Dieses wird von den Fasern des Hörnerven in den Hirnstamm weitergeleitet. Werden die sogenannten Haarzellen im Innenohr beschädigt (z.B. durch zu starke Schalleinwirkung) kann eine vorübergehende oder dauernde Schwerhörigkeit entstehen. Von defekten Haarzellen kann auch ein "falsches", elektrisches Signal ausgehen, welches als Geräusch, bzw. Tinnitus wahrgenommen wird.
 
Hörverarbeitung
Schema Hörverarbeitung
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Schema Hörverarbeitung
Hören ist eng mit überlebenswichtigen Urinstinkten verbunden, werden gerade in der Tierwelt Fluchtreaktionen in vielen Fällen durch akustische Reize ausgelöst. Dies ist mit ein Grund, dass das Ohr dauernd funktioniert, d.h. auch im Schlaf oder während einer Narkose. Wir nehmen jedoch nur einen Bruchteil der Schallsignale wahr, die unser Ohr erreichen. Der grösste Teil der akustischen Signale wird im Hirnstamm ausgefiltert, d.h. sie bleiben im Unterbewussten. Nur die für uns wichtigen Informationen werden ins Hörzentrum in der Hirnrinde weitergeleitet und wahrgenommen. Dank diesem Filter sind wir überhaupt in der Lage unsere Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand oder eine Tätigkeit zu fokussieren. Im Hirnstamm werden die Schallsignale analysiert und mit bereits früher abgespeicherten und klassifizierten Signalen verglichen. Je nach Ergebnis der Analyse werden unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Bei geringer Lautstärke des Signals wird der Verstärkerregelkreis zwischen Hirnstamm und  Innenohr aktiviert. Wird dem Signal ein Gefahrenpotential zugeordnet, können Bewegungsreflexe ausgelöst und eine Fluchtreaktion eingeleitet werden, wie z.B. Zusammenzucken bei einem Schuss oder bei Autohupen. Akustische Signale werden auch emotional klassifiziert und können entsprechend positive oder negative Emotionen auslösen. Dasselbe Signal kann dabei von Mensch zu Mensch und je nach Lebenssituation unterschiedliche Reaktionen provozieren. Ein Musikstück kann uns, je nach bevorzugter Stilrichtung Freude oder Ärger bereiten. An lang andauernde, neutrale, emotional nicht negativ besetzte Geräusche, wie z.B. das Ticken einer Uhr oder Wasserrauschen gewöhnen wir uns. Nach einer gewissen Zeit werden sie ins Unterbewusste verlagert und wir nehmen sie nicht mehr wahr. Werden wir mit einem neuen, bisher nicht bekannten Signal konfrontiert, wird dieses vom Hörsystem neu klassifiziert. Die Klassifizierung wird dabei vom aktuellen Umfeld und der Lebenssituation beeinflusst. So löst das Geräusch eines Zahnarztbohrers meist negative Reaktionen aus, das Zirpen einer Grille erinnert uns jedoch eher an angenehme Sommernächte. Gelingt es uns nicht den Ursprung des Signales zu identifizieren (wie z:B. beim Tinnitus), besteht ein hohes Risiko einer emotional negativen Einordnung. Unbekanntes löst in der Regel Unsicherheit und Angstgefühle aus. 
   
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