| Tinnitus
kann behandelt werden. Im Gegensatz zu einer oft geäusserten Meinung
ist Tinnitus nicht ein unveränderliches Schicksal.
Zum besseren Verständnis empfehlen wir zuerst die Kapitel "Wie hören wir ?" und "Was ist Tinnitus ?" zu lesen. |
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| Abklärung | ||||
Messplatz
für Hörprüfungen
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Eine
erfolgreiche Behandlung oder Rehabilitation ist nur möglich, wenn
die Ursache einer Krankheit, bzw. die Diagnose bekannt ist. Tinnitus ist
keine Krankheit, kann jedoch zusammen mit Erkrankungen des Ohres und der
Hörverarbeitung oder auch anderer Organsysteme auftreten. Als erstes
gilt es deshalb die Vorgeschichte und Krankengeschichte zu erheben und
auf tinnitusspezifische Risikofaktoren zu analysieren.
Anschliessend wird eine fachärztliche Untersuchung durchgeführt, mit dem Ziel krankhafte Veränderungen zu objektivieren und zu quantifizieren. Diese Untersuchung umfasst immer eine genaue Hörprüfung (Audiometrie) mit einem Reintonaudiogramm und eventuell einer Testung der Hörnervenfunktion mittels akustisch evozierter Potentiale (BERA). Je nach Ergebnis können weitere Untersuchungen, wie Röntgen oder internmedizinische Abklärungen notwenig sein. |
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| Aufklärung / Beratung | ||||
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Audiogramm
mit |
Ist die Diagnose bekannt, wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt, der Patient über seine Krankheit und die spezifischen Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt. Eine aktive Mitarbeit des Patienten bei der Behandlung und Rehabilitation des Tinnitus ist unabdingbar. Diese ist jedoch nur gewährleistet, wenn der Patient über Prinzipien und Ursache seines Leidens informiert ist. Rein passive Massnahmen, wie die Einnahme von Medikamenten oder die isolierte Anwendung technischer Mittel wie Laser, usw. sind bei der Behandlung des chronischen Tinnitus nicht erfolgreich. | |||
| Behandlungsoptionen | ||||
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Tritt
ein Tinnitus im Rahmen einer akuten Hörstörung, wie z.B. einem
Hörsturz auf, ist oft eine frühzeitige Behandlung mit Infusionen
sinnvoll. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Innenohr sich
wieder erholt und sich kein chronischer Tinnitus entwickelt.
Behandlungen mit experimentellem Charakter oder ohne nachgewiesene Wirkung Softlaser Bei der Behandlung mit dem Softlaser wird das Trommelfell während 20 Minuten pro Tag mit einem roten Laser (Wellenlänge 650nm) bestrahlt, was zu einer Verbesserung des Tinnitus führen soll. Ein wissenschaftlicher Beweis für die Wirksamkeit der Methode besteht nicht.
Magnetstimulation Bei der sogenannten repetitiven transkraniellen Magnetstimulation werden mit Hilfe einer Magnetspule wiederholte magnetische Impulse über dem Zentralnervensystem appliziert. Dadurch können die Verbindungen der Nervenzellen beeinflusst werden. In einigen Fällen konnte der Tinnitus dadurch zumindest vorübergehend positiv beeinflusst werden. Allerdings ist bei gewissen Patienten auch eine Verstärkung des Tinnitus aufgetreten. Da bisher nur eine beschränkte Anzahl Tinnitus-Patienten mit Magnetstimulation behandelt worden ist, kommt der Methode zur Zeit noch experimentellen Charakter zu. Eine abschliessende Aussage über ihre Wirksamkeit ist zur Zeit nicht möglich.
Auditory Discrimination Training (ADT) Bei Patienten mit einer Schwerhörigkeit und einem Ohrgeräusch, welches einem reinen Ton (Sinuston) entspricht, kann der Tinnitus in gewissen Fällen durch ein ADT beeinflusst werden. Der Patient muss während einem Monat regelmässig Übungen zur Diskrimination von verschiedenen Tönen durchführen. Es wird postuliert, dass dadurch eine Neuprogrammierung der zentralen Hörverarbeitung induziert und dadurch das Empfinden des Tinnitus reduziert wird. Einerseits tritt ein “Reinton-Tinnitus” selten auf, andererseits wurde die Methode bisher nur bei einer relativ geringen Anzahl Patienten untersucht. Eine konklusive Beurteilung ihrer Wirksamkeit ist deswegen nicht möglich.
Medikamente Eine Reihe von Medikamenten wurden oder werden zur Behandlung des Tinnitus angepriesen. So u.a. Lidocain, Antiepileptika, Benzodiazepame, Ginko Biloba Extrakte, Durchblutungsförderende und Gefässerweiterende Medikamente, Antihistaminika, GABA (GammaAminoButyricAcid) Agonisten, Caroverin, usw. Entweder zeigten diese zu starke Nebenwirkungen, eine nur kurz anhaltende oder gar keine Wirkung auf den Tinnitus. Zusammenfassend gibt es zur Zeit kein gut verträgliches Medikament, bei welchem eine anhaltende Wirkung auf den Tinnitus nachgewiesen ist.
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